Manuka oder Jarrah? Der Vergleich.
Vor zwanzig Jahren kannte Manuka kaum jemand. Heute steht er in jeder Apotheke — weil eine Zahl auf dem Glas zeigte, wie stark ein Honig ist. Dieselbe Zahl gibt es längst auch für Honige aus Westaustralien. Nur kennt sie hier fast niemand.
Auf Manuka-Gläsern steht MGO oder UMF, auf australischen Gläsern TA. Zwei davon lassen sich vergleichen, eine nicht. Was aktiver Honig überhaupt ist, erklären wir auf der Seite Aktiver Honig.
UMF und TA sind eng verwandt.
Beide stammen aus demselben Labortest und geben die Stärke auf derselben Skala an. TA misst die Gesamtaktivität, UMF nur einen Teil davon. Beim Manuka liegen die beiden Werte nah beieinander — deshalb lassen sich UMF und TA nebeneinanderstellen, auch wenn sie nicht dasselbe sind.
MGO ist keine Stärkeangabe.
MGO steht für Methylglyoxal und nennt eine Stoffmenge in Milligramm pro Kilogramm. MGO 400 und TA 40 lassen sich nicht ineinander umrechnen, auch wenn beide Zahlen ähnlich aussehen.
Und was keine dieser Zahlen sagt.
Alle drei Werte stammen aus dem Labor, nicht aus dem Körper. AKUNA ist ein Lebensmittel, kein Arzneimittel — wir behaupten nicht, dass unser Honig Krankheiten heilt, lindert oder ihnen vorbeugt. Was wir angeben, sind gemessene Eigenschaften.
Ein Strauch in Neuseeland, ein Forscher, eine Zahl.
Ende der Achtzigerjahre zeigte ein neuseeländischer Forscher, dass Manuka Bakterien auch dann hemmt, wenn man das Wasserstoffperoxid entfernt. Er verglich die Stärke mit Phenol — und aus dem Vergleich wurde die Zahl auf dem Etikett, die aus einem Strauchhonig ein weltweites Produkt gemacht hat.
Wie stark ist der Honig?
Die Grafik zeigt Bandbreiten — von wo bis wo die im Handel angebotenen Qualitäten reichen. Nicht einzelne Produkte, sondern der Markt.
Gemessen als TA in Australien, als UMF in Neuseeland — dieselbe Skala.
Australische Aktivhonige reichen höher hinauf als Manuka. Jarrah und Yarri erreichen im Handel Werte bis TA 50, Manuka endet bei den üblichen Güteklassen um UMF 30. Schweizer Blüten- und Waldhonig wird auf Aktivität gar nicht geprüft — dort gibt es keine Zahl, weil es nichts zu beziffern gibt.
Was kostet ein Glas?
Preis in Schweizer Franken pro 250 Gramm, Schweizer Handel, Stand August 2026.
Jarrah liegt preislich im Bereich eines mittleren Manuka — und deutlich unter dessen Spitzenklassen. Für einen sortenreinen Honig mit Laborwert auf dem Glas ist das ein fairer Preis. Manuka deckt die grösste Spanne ab, weil zwischen MGO 100 und MGO 850 Welten liegen; Schweizer Imkerhonig trägt keinen Messwert.
Beim Preis hilft ein Blick auf die Mengen. Beide Honige sind knapp — aus ganz unterschiedlichen Gründen.
Es wird mehr Manuka verkauft, als Neuseeland erntet.
Neuseeland produziert je nach Jahr rund 1'700 bis 2'000 Tonnen Manuka-Honig. Weltweit werden nach Branchenschätzungen über 10'000 Tonnen als Manuka verkauft. Deshalb hängt bei Manuka so viel an Chargennummer, Laborzertifikat und Herkunftsnachweis.
Wenige Wochen Blüte gegen jedes zweite Jahr.
Manuka blüht jedes Jahr, aber nur während weniger Wochen. Jarrah blüht nur rund alle zwei Jahre — und auch dann nicht nach Kalender, sondern wenn Regen und Wärme stimmen.
In Asien längst gefragt, bei uns noch unbekannt.
Australischer Honig geht vor allem nach China, Japan, Hongkong und Singapur; für den westaustralischen Markt erwarten Marktbeobachter bis 2032 ein jährliches Wachstum von rund 16 Prozent — das stärkste des Landes. In der Schweiz steht dafür Manuka in jeder Apotheke und Jarrah in fast keiner.
Manuka, Jarrah und Schweizer Imkerhonig.
Die Angaben gelten für die Kategorie; einzelne Produkte und Chargen können abweichen.
Die Wortangaben in den Zeilen «Antibakterielle Aktivität» und «Preisniveau» fassen die beiden Grafiken weiter oben zusammen — dort stehen die Zahlen dahinter. Geschmack ist Empfinden, keine Messung.
Australischer Honig mit Laborwert auf dem Glas.
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Quellen und Methodik
Woher die Zahlen auf dieser Seite stammen.
Wie die Stärke gemessen wird
TA und UMF stammen aus demselben genormten Laborverfahren: Die Honigprobe wird unter Laborbedingungen mit Phenollösungen bekannter Stärke verglichen. TA erfasst die Gesamtaktivität, UMF nur den Nicht-Peroxid-Anteil. MGO ist etwas anderes — eine Stoffmenge in Milligramm pro Kilogramm, nicht in TA oder UMF umrechenbar.
In einer Untersuchung von 477 australischen Proben lagen Jarrah und Marri im Median bei 25,1 und 25,7 Prozent; das in derselben Messreihe mitgeführte neuseeländische Manuka-Wundprodukt bei 17,9 Prozent (Irish, Blair & Carter, PLOS ONE 2011). Weitere Belege: Hossain & Locher, Applied Sciences 2023 · Anthony et al., Pathogens 2021 · Green et al., Yeast 2024. Einzelne Chargen schwanken erheblich.
Schweizer Blüten- und Waldhonig wird nicht auf Aktivität geprüft; in Vergleichsuntersuchungen war bei Mischblütenhonig keine Aktivität nachweisbar.
Alle Werte stammen aus Laborversuchen und sagen nichts über eine Wirkung im menschlichen Körper aus.
Woher die Preise stammen
Preis für 250 Gramm in Schweizer Franken, Stand August 2026. Preise ändern sich.
Schweizer Imkerhonig: Detailhandel und Direktverkauf ab Imkerei. Manuka: Güteklassen MGO 100+ bis MGO 850+ im Schweizer Onlinehandel; Spitzenklassen UMF 28+ und 30+ aus dem internationalen Handel umgerechnet. Jarrah: Schweizer Anbieter einschliesslich unserer eigenen Preise.
Yarri und Marri sind in der Schweiz sonst nicht im Handel; hier stehen unsere eigenen Preise für diese Sorten.
Die Preisworte in der Tabelle («tief», «moderat», «sehr hoch») beziehen sich auf diese drei Bandbreiten. Deutlich günstiger als Schweizer Imkerhonig sind einzig die Mischungen aus mehreren Ländern im Grossverteiler.
Woher die Mengen- und Marktangaben stammen
Die Jahresproduktion Neuseelands an Manuka-Honig wird in Branchen- und Medienberichten übereinstimmend mit rund 1'700 bis 2'000 Tonnen angegeben, die weltweit als Manuka verkaufte Menge mit über 10'000 Tonnen. Beide Zahlen sind Schätzungen.
Die Blütezeit des Manuka-Strauchs beträgt wenige Wochen pro Jahr. Jarrah blüht rund alle zwei Jahre; ausgelöst wird die Blüte von Herbst- und Winterregen und der Wärme im Frühling, weshalb die Abstände je nach Jahr und Waldteil schwanken.
Zu den Exportmärkten: Australien liefert Honig vor allem nach Ostasien, in den Nahen Osten und nach Grossbritannien. Für den westaustralischen Honigmarkt wird in Marktanalysen von 2025 ein jährliches Wachstum von rund 16 Prozent bis 2032 erwartet — der stärkste Wert aller australischen Bundesstaaten. Marktprognosen sind Schätzungen kommerzieller Anbieter, keine amtlichen Zahlen.
Was verglichen wird
Verglichen wird echter, sortenreiner Honig — kein mit Sirup gestreckter Billigimport. Sortenreinheit ist bei einem Naturprodukt nie absolut.
Die Grafiken zeigen Bandbreiten des Marktes, nicht einzelne Produkte. Die Tabelle fasst diese Bandbreiten in Worte.
Geschmacksangaben beschreiben, wie die Sorten üblicherweise wahrgenommen werden. Sie sind kein Qualitätsurteil.
«Schweizer Imkerhonig» steht für Blüten- und Waldhonig aus Schweizer Imkereien. Einzelne Produkte können abweichen.



