Was TA 50+ wirklich heisst.
Auf jedem Glas steht eine Zahl. Die wenigsten wissen, was sie bedeutet — und viele Anbieter erklären es lieber nicht. Wir schon. Inklusive dem, was sie nicht sagt.
Was TA überhaupt misst.
TA steht für «Total Activity». Man gibt verdünnten Honig in ein Loch einer Agarplatte, auf der Bakterien wachsen, und misst nach 24 Stunden den Hof, in dem nichts gewachsen ist. Diesen Hof vergleicht man mit dem von Phenol, einem Standard-Desinfektionsmittel. TA 50 heisst: derselbe Hemmhof wie eine 50-prozentige Phenollösung. Das «+» heisst «mindestens».
Woher die Aktivität kommt.
Bienen geben dem Nektar ein eigenes Enzym bei: Glukoseoxidase. Trifft der Honig auf Feuchtigkeit, bildet sich daraus langsam Wasserstoffperoxid — genau der Stoff aus der braunen Apothekenflasche, nur in winziger Menge und stetig freigesetzt. Bei Jarrah passiert das in aussergewöhnlichem Ausmass. Dass es wirklich daran liegt, zeigt ein einfacher Gegentest: Gibt man Katalase dazu, ein Enzym, das Wasserstoffperoxid zerstört, bricht die gemessene Aktivität deutlich ein.
Warum Hitze der Feind ist.
Das Enzym ist hitzeempfindlich. Über etwa 40 Grad nimmt die Peroxid-Aktivität ab. Deshalb wird unser Honig nie erhitzt, nie pasteurisiert, und deshalb gehört er auch nicht in kochendes Wasser — sondern in lauwarmes.
In der bislang breitesten australischen Untersuchung wurden 477 Honige aus dem ganzen Kontinent auf antibakterielle Laboraktivität geprüft.
Gut die Hälfte der Proben lag im Bereich, den die Autoren als potenziell relevant einstufen. Der Rest zeigte wenig bis nichts.
Nur drei Florenquellen stachen mit aussergewöhnlichen Werten heraus: Marri, Jellybush — und Jarrah.
So stark musste Jarrah-Honig in einer späteren Untersuchung verdünnt werden, bis Bakterien wieder wuchsen. Je tiefer der Wert, desto aktiver der Honig.
Quellen: Irish J., Blair S., Carter D.A. — «The Antibacterial Activity of Honey Derived from Australian Flora», PLOS ONE 2011. Sindi A. et al. — Scientific Reports 2019 (University of Western Australia). Alle Werte stammen aus Laborversuchen.
Er kristallisiert kaum.
Jarrah enthält verhältnismässig wenig Glukose und viel Fruktose — und Glukose ist das, was auskristallisiert. Dazu kommt ein niedriger Pollenanteil, der als Startkorn für Kristalle fehlt. Ergebnis: ein Honig, der monatelang cremig-flüssig bleibt, ohne dass man ihn erwärmen muss.
Er ist dunkel — und das hat einen Grund.
Die tiefe Bernsteinfarbe kommt von einem hohen Gehalt an Polyphenolen, pflanzlichen Verbindungen aus dem Nektar. Sie sind auch für die antioxidative Kapazität verantwortlich, die im Labor gemessen wird — und ganz nebenbei für den malzigen Geschmack.
Er ist leicht sauer.
Der pH-Wert liegt bei etwa 4,5 — ähnlich wie Tomatensaft. Zusammen mit dem hohen Zuckergehalt und dem entsprechend geringen freien Wasser ist das eine der Eigenschaften, die Honig überhaupt so lange haltbar machen.
Alle Werte stammen aus dem Reagenzglas.
Die TA-Messung findet auf einer Agarplatte statt, nicht im menschlichen Körper. Was im Labor Bakterien hemmt, tut das nicht automatisch genauso, wenn man es isst. Die Autoren der zitierten Studien schreiben das ausdrücklich selbst: Ob sich die gemessenen Unterschiede in klinische Unterschiede übersetzen, ist bislang kaum belegt.
Wir versprechen keine Heilung.
AKUNA ist ein Lebensmittel, kein Arzneimittel. Wir behaupten nicht, dass unser Honig etwas heilt, lindert oder vorbeugt — weder bei Halsweh noch bei sonst etwas. Das dürfen wir rechtlich nicht, und wir hätten auch keine Belege dafür.
Was übrig bleibt, ist trotzdem genug.
Ein extrem seltener, roher, sortenreiner Honig aus einem Wald, den es nur einmal gibt. Laborgeprüft pro Charge. Mit einem Geschmack, den man nach dem ersten Löffel wiedererkennt. Das reicht uns als Argument — Märchen brauchen wir keine.
Zahlen sind das eine. Der Löffel das andere.
Am Ende entscheidet nicht die Skala, sondern der Moment am Morgen. Probier ihn.


